Entdecken Sie die Visionäre von Circus BUSCH-ROLAND
Erleben Sie die faszinierende 140-jährige Tradition
Paul Vincenz Busch
* 21. Januar 1850 in Berlin | † 28. November 1927 in Berlin
Vom Landwirt zum Weltstar der Hohen Schule
Die Geschichte einer der bedeutendsten Zirkusdynastien der Welt beginnt mit Paul Vincenz Busch. Geboren in eine bürgerliche Berliner Familie, schien sein Weg zunächst in die Landwirtschaft zu führen. Doch seine außergewöhnliche Begabung im Umgang mit Pferden und sein Wille zur Perfektion zogen ihn in die Ferne. Nach seinem Dienst im Deutsch-Französischen Krieg reiste er als Dresseur nach Osten. Im legendären Zirkus Salamansky in Sankt Petersburg feierte er triumphale Erfolge in der „Hohen Schule“. Dort, am russischen Zarenhof, festigte sich sein Ruf als einer der begnadetsten Reiter seiner Zeit. Diese Phase prägte seinen aristokratischen Stil, der später zum Markenzeichen des Hauses Busch werden sollte.
Der visionäre Architekt der Zirkuspaläste, der Tradition und Innovation vereint
Im Jahr 1884 wagte er in Schweden den Schritt in die Selbstständigkeit. Was als kleine Truppe begann, entwickelte sich unter seinem strategischen Genie rasch zu einem Imperium. Nach Gastspielen in ganz Skandinavien kehrte er nach Deutschland zurück und schuf etwas völlig Neues: Feste Zirkusgebäude. Mit der Schilleroper in Altona (1892) und den monumentalen Prachtbauten in Wien, Breslau und Berlin (direkt an der Spree) schuf er architektonische Ikonen. Diese Paläste waren technische Weltwunder: Die Manegen ließen sich hydraulisch absenken und in gewaltige Wasserbecken verwandeln. Seine Wasserpantomimen und Seeschlachten mit Hunderten von Mitwirkenden waren die Blockbuster des Kaiserreichs. Zusammen mit seiner Frau Sidonie Grabe, der berühmten „Miss Constanze“, definierte er Zirkus als luxuriöses, technisches und künstlerisches Gesamtereignis für die gesellschaftliche Elite Europas.
Paula Busch
* 6. Dezember 1886 in Odense | † 26. Juni 1973 in Berlin
Die Grande Dame und die intellektuelle Revolutionärin der Manege
Mit Paula Busch trat eine Frau an die Spitze, die die Zirkuswelt in ihrer Grundfeste erschütterte. Als eine der wenigen Frauen ihrer Zeit absolvierte sie ein Studium der Philologie und Philosophie und erlangte den Doktortitel. Diese akademische Tiefe brachte sie direkt in die Geschäftsführung ein. Für Paula Busch war der Zirkus kein bloßes Spektakel, sondern ein literarisch-künstlerisches Gesamtkunstwerk. Sie kämpfte unermüdlich für die Anerkennung der Artistik als gleichwertige Kunstform neben Theater und Oper.
Wiederaufbau aus Schutt und Asche
Nach dem Tod ihres Vaters 1927 übernahm sie in einer politisch und wirtschaftlich instabilen Zeit die alleinige Verantwortung. Sie führte das Unternehmen durch die dunklen Jahre des Zweiten Weltkriegs, in denen ihre geliebten Prachtbauten in Schutt und Asche fielen. Doch Paula Busch bewies eine unbeugsame menschliche Stärke: Nach 1945 baute sie das Unternehmen aus den Ruinen wieder auf. Neben ihrer Arbeit als Direktorin wurde sie zur Bestseller-Autorin. In über 20 Romanen und unzähligen Schriften gab sie dem „Zirkusvolk“ eine intellektuelle Stimme. Sie bleibt als die „Grande Dame“ in Erinnerung, die den Spagat zwischen technischer Präzision, wirtschaftlicher Überlebenskraft und hoher Literatur perfekt beherrschte.
Will Aureden
* 24. April 1902 in Goslar | † 2. Mai 1982 in Hamburg
Der Publizist und Architekt des „Circus ROLAND“
Vom Journalismus in die Manege
Der Medienpionier zwischen Dschungel und Filmset Will Aureden brachte einen völlig neuen Geist in die Branche. Als profilierter Journalist und Sonderkorrespondent verfügte er über ein Netzwerk und ein Gespür für PR, das zu dieser Zeit seinesgleichen suchte. Ein prägendes Kapitel seines Lebens war die Begleitung des legendären Sarrasani auf einer abenteuerlichen Expedition durch Südamerika. Die Reise durch den brasilianischen Dschungel und die großen Metropolen des Kontinents schärfte seinen Blick für das Exotische und die Macht der Inszenierung. Er lernte dort, wie man Massen begeistert und Marken erschafft.
Die Geburtsstunde des Circus Roland
Am 2. Mai 1948, mitten in der Trümmerlandschaft der Nachkriegszeit, bewies er unglaublichen Unternehmergeist. In den Hallen der Bremer „Weser-Flug“ gründete er den Circus Roland. Der Name war eine bewusste Hommage an den Bremer „Roland“, das Symbol für Freiheit und Marktgerechtigkeit, und die Heimat seiner Frau Ada. Aureden verstand es wie kein Zweiter, den Zirkus medial zu vernetzen. Er machte den Circus Roland zum Star der Kinoleinwand und wirkte in großen UFA-Farbfilmen wie „Phantom des großen Zeltes“ mit. Er war der Architekt eines modernen Unterhaltungstyps, der die Reichweite von Funk, Fernsehen und Film meisterhaft zu nutzen wusste.
Heinz Geier-Busch
* 22. Juni 1923 in Hamburg | † 18. Juli 1994 in Alfeld (Leine)
Direktor Heinz Geier-Busch in seinem Element: Inmitten der Manege von Circus BUSCH–ROLAND
schlug sein Herz für seine wahre Passion.
Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker im Gespräch mit Direktor Heinz Geier-Busch, Berlin 1983.
Direktor Heinz Geier-Busch mit Hannelore Kohl, der Gattin des damaligen Bundeskanzlers, während der Benefiz-Galavorstellung am 11. September 1986 in Ludwigshafen.
Prinzipal Heinz Geier-Busch war 1985 Mitglied der Jury beim 11. Internationalen Circusfestival von Monte-Carlo, das unter dem Protektorat von Fürst Rainier III. stand.
Vom Kriminalkommissar zum Architekten der Moderne
Die Lebensgeschichte von Heinz Geier-Busch liest sich wie ein Roman. Geboren in Hamburg, diente er zunächst bei der Marine, bevor er eine bürgerliche Laufbahn bei der Polizei einschlug und bis zum Kriminalkommissar aufstieg. Doch die Sehnsucht nach der Manege, die er schon als Kind beim „Zirkusspielen“ spürte, ließ ihn nie los. In der Ära der „Zigarettenwährung“ nach dem Krieg verschlug es ihn zum Circus Williams. Dort begann er ganz unten im Stall, arbeitete sich aber durch Fleiß und Talent in Rekordzeit zum Regisseur, Ansager und Werbeleiter hoch.
Der große Reformer der 1960er Jahre
Am 10. Mai 1963 schrieb er Geschichte: Unter seiner Federführung verschmolzen die Dynastien Busch und Roland zum heutigen Circus BUSCH–ROLAND. Heinz Geier-Busch wurde zum „großen Reformer“ der Branche. Er modernisierte alles – von der Licht- und Tontechnik bis hin zu den Stallungen und der Dramaturgie der Shows. Sein Credo „Der Zirkus darf nicht stehen bleiben“ war kein leerer Spruch, sondern täglicher Antrieb. Auch in den wirtschaftlich turbulenten 70er und 80er Jahren hielt er das Steuer mit eiserner Disziplin fest in der Hand. Er schuf das unverwüstliche Fundament, auf dem der Name BUSCH–ROLAND heute als internationales Gütesiegel für Qualität steht.
Oliver Geier-Busch
Tradition trifft strategische Weitsicht
Die Ausbildung im „organisierten Chaos“. Oliver Geier-Busch (69) ist ein Kind der Manege. Schon mit fünf Jahren debütierte er als Clown, doch seine wahre Leidenschaft galt früh der Logistik hinter den Kulissen. Während er als Artist mit Luftnummern und beeindruckenden Pferdedressuren (sein berühmter 16er-Zug Tigerschecken) Erfolge feierte, lernte er das Handwerk von der Pike auf: als Zeltarbeiter, Techniker und Kraftfahrer. Diese Vielseitigkeit legte das Fundament für sein tiefes Verständnis von Event-Logistik.
Der Strategiewechsel und die Rettung des Erbes
Anfang der 90er Jahre verlagerte er seinen Fokus weg von der Manegenarbeit hin zum Technischen und Kaufmännischen. Im Jahr 1994, in einer existenzbedrohenden Krise des Hauses, übernahm er das Steuer, gründete die Alfelder Circus GmbH und rettete den Circus BUSCH–ROLAND
aus der Insolvenz. Mit dem Leitsatz, „kleinere Brötchen zu backen“, aber mit höchster Qualität zu kämpfen, stabilisierte er das Familienerbe. Sein Weg ist das perfekte Beispiel dafür, wie man tiefe Zirkus-Leidenschaft mit nüchterner geschäftlicher Expertise vereint und ein Lebenswerk durch harte Arbeit erhält.
Filip Geier-Busch
Die Tradition im Heute: Direktor & Produzent
Heute wird die Geschichte durch Filip Geier-Busch (44) fortgeschrieben. Mit tiefem Respekt vor dem Erbe führt er das Unternehmen als Direktor und Produzent mit Leidenschaft in die moderne Ära. Im Jahr 2004 übernahm er den Betrieb von seinem Vater und war mit gerade einmal 22 Jahren der jüngste Zirkusdirektor Deutschlands – ein deutliches Zeichen für seine frühe Entschlossenheit und seine fundierten Kenntnisse als Informatiker, die er heute strategisch einsetzt.
Authentische Live-Kultur
Für Filip Geier-Busch steht der Name für ein Qualitätsversprechen. Ein Markenzeichen seiner Direktion ist der enorme Wert, den er auf echte Live-Musik legt. Das Zusammenspiel zwischen einer Live-Band und den Künstlern erzeugt eine Dynamik, die nur durch handgemachte Musik entstehen kann. Dieser Anspruch an höchste Qualität und technische Perfektion zieht sich durch alle Bereiche seines Wirkens.
Wir gestalten aktiv die aufregende Zukunft des Circus BUSCH-ROLAND
Innovation hinter den Kulissen
Auch wenn die Scheinwerfer im Moment ruhen, bedeutet dies keineswegs Stillstand. Filip Geier-Busch arbeitet bundesweit mit Hochdruck an der strategischen Weiterentwicklung der legendären Marke Circus BUSCH–ROLAND. Hinter den Kulissen entstehen derzeit neue Visionen, die den klassischen Zirkus mit innovativen Formaten verknüpfen, um auch künftige Generationen zu begeistern.
Mit dem Anspruch an höchste Qualität und technische Perfektion werden Konzepte entworfen, die den Namen BUSCH–ROLAND weiterhin als festen Begriff in der deutschen Kulturlandschaft verankern. Die Geschichte des Hauses ist geprägt von stetigem Wandel – und Filip Geier-Busch bereitet bereits heute den Weg für das nächste spektakuläre Kapitel vor. Bleiben Sie gespannt: Die Manege wird sich wieder füllen, wenn die Zeit für neue, magische Momente gekommen ist.